Gerhart-Hauptmann-Theater

Anschreiben zu Tarifverträgen vom GBR

Das GHT Görlitz-Zittau ist ein 4-Sparten-Theater (Musiktheater, Schauspiel, Tanz und Konzert) im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien mit grenzüberschreitender Arbeit im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik.

15. Mai 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

parallel zur Information über den Abschluss der Ergänzung zur Rahmenbetriebsvereinbarung vom 14.5.2020 möchten wir uns als Gesamtbetriebsrat an alle Mitarbeiter des Hauses wenden.

Wir sind sehr glücklich, dass wir nun sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Theatergesellschaft durch die Einführung der Kurzarbeit in dieser Krise finanziell abgesichert wissen.

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei allen für das Vertrauen bedanken, dass in uns gesetzt wurde; alle Beteiligten auf Arbeitgeber- wie auf Betriebsratsseite mussten Neuland betreten und waren und sind mit vollem Einsatz dabei, unseren Theaterbetrieb durch diese außergewöhnliche Situation zu manövrieren.

Zur Zeit gibt es nahezu täglich neue Information über die Rahmenbedingungen, unter der eine Aufnahme des Theaterbetriebes wieder möglich sein wird, sowie über die Aktivitäten von anderen Theatern.

Wir als Euer Betriebsrat richten unser Handeln weiterhin hauptsächlich an der konkreten Situation an unserem Theater aus, dabei ist -wie schon vormals geschrieben- die Tatsache von entscheidender Bedeutung, dass unser Theaterbetrieb als Rechtsform eine GmbH ist, also quasi wie eine „Firma“ organisiert ist. Dadurch ergeben sich an unserem Hause andere Handlungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten, als es zum Beispiel am Staatstheater in Wiesbaden (in den letzten Tagen gab es dazu Informationen in der Presse) der Fall ist. Dieses Theater unterliegt anderen tariflichen Bedingungen, die die Möglichkeit der Kurzarbeit nicht vorsehen, daher ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Vergleich zu unserem Theater völlig anders zu bewerten, da ohnehin alle Mitarbeiter „voll“ bezahlt werden.

Wir sind mit der Geschäftsführung in enger Abstimmung, wann und wie mit dem Spielbetrieb wieder begonnen werden kann, wir registrieren auch, dass viele MitarbeiterInnen wieder „loslegen“ wollen und sich Sorgen machen um die derzeitige geringe Präsenz unseres Theaters in den Städten und dem Landkreis.

Ende Mai werden wir, nach Rückrechnung des Aprils und Abrechnung des Mais, ein klareres Bild über die finanziellen Auswirkungen sowohl des Einnahmeausfalls als auch der Unterstützung durch die Arbeitsagentur haben. Daraus lassen sich betriebswirtschaftliche und künstlerische Überlegungen anstellen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen schrittweise wieder aus der Kurzarbeit geholt werden können. Weiterhin gibt es noch Fragen bezüglich konkreter Rahmenbedingungen und offizieller Vorgaben, wie die Hygienemaßnahmen für Publikum und Mitarbeiter umzusetzen sind.

Wir bitten Euch um Geduld und Vertrauen in diesem Prozess; die Stabilisierung der Liquidität des Theaters hat weiterhin oberste Priorität.

Bitte versucht, diese Zeit für Euch positiv zu gestalten, erholt Euch, tut Dinge, zu denen Ihr lange nicht gekommen seid, freut Euch am schönen Wetter und genießt das Leben und die Gegenwart- trotz der Unsicherheit und der Herausforderungen, die vor uns liegen.

Wir sind davon überzeugt, dass wir die Krise gemeinsam meistern werden und dass es unser Publikum schon sehnlichst erwartet, wieder unsere Veranstaltungen besuchen zu können.

 

Zu der Ergänzung der Rahmenbetriebsvereinbarung haben wir noch ein paar FAQs aufgenommen, sollte es darüber hinaus Fragen geben, wendet Euch gerne an:
h.schardt@g-h-t.de
oder das BR-Büro: (03581) 474767
oder aber an die Mitglieder der Standortbetriebsräte.

Warum sind in der Ergänzung noch immer die 80% Aufstockungsbetrag (§ 5(2)) erwähnt, wenn doch nach tariflichen Bedingungen aufgestockt wird?
– Es wurde versucht, die bestehende Rahmenbetriebsvereinbarung aus formalrechtlichen Gründen möglichst wenig zu verändern; durch die Übernahme der tariflichen Regelungen wird dieser Prozentsatz automatisch angehoben.

Ab wann treten die Covid-Tarifverträge in Kraft?
– Die TV treten rückwirkend zum 1.4.2020 in Kraft, d.h. heißt die erhöhte Aufstockung sowie alle anderen tariflichen Regelungen werden ab dem 1.4.2020 angewendet.

Wieso ist § 5 (4) der Rahmenbetriebsvereinbarung gestrichen?
– Ab 1.5.2020 gelten neue Hinzuverdienstmöglichkeiten zum Kurzarbeitergeld, daher musste der Absatz angepasst bzw. gestrichen werden. Die gesetzliche Grundlage wurde erst nach Abschluss unserer RBV geschaffen bzw. geändert.

Wieso wurde die Rahmenbetriebsvereinbarung nicht insgesamt durch die TV ersetzt?
– Unsere RBV besitzt einige Regelungen, die über die tariflichen Bedingungen hinausgehen und nun weiter Bestand haben, beispielsweise das Mitspracherecht bei Verwendung etwaiger Überschüsse.

Wird während des tariflichen Urlaubs auch Kurzarbeitergeld gezahlt?
– Nein, während des tariflichen Urlaubs wird das normale tarifliche Entgelt gezahlt.

Wird der TVöD-Covid-Vertrag angewandt, obwohl die Anwendung an unserem Haus eigentlich im TV ausgeschlossen wurde?
– Ja, wir haben eine Möglichkeit gefunden, den TV trotz der Ausschlussklausel zur Anwendung zu bringen.

Herzliche Grüße im Auftrag des Gesamtbetriebsrates,
Hartmut Schardt
Vorsitzender GBR Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH

GHT Rahmen-Betriebsvereinbarung Kurzarbeit Änderung 11.05.2020

TSG Rahmen-Betriebsvereinbarung Kurzarbeit Änderung 11.05.2020

Rundschreiben KAV Sachsen 28-2020 gesamt

Tarifvertrag Kurzarbeit NV Bühne

Tarifvertrag Kurzarbeit TVK

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